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Berechnung des Pflegegrades

Mit dem neuen Begutachtungsassessment (NBA) hat der Gesetzgeber die Entscheidung, wann Anspruch auf Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung besteht, auf eine neue Basis gestellt. Mehr als bisher spielen kognitive Einschränkungen eine Rolle. Die Entscheidung über die Pflegebedürftigkeit wird aber weiterhin ganz zentral beim Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) liegen. Dazu wird er – neben manch anderem – nachfolgende 64 Frage stellen. Sie sollten diese vor der Begutachtung schon einmal durchgegangen sein. So können Sie für sich oder für eine Ihnen nahestehende Person abschätzen, auf welchen Pflegegrad eine Begutachtung hinauslaufen könnte.

Hinweis:

  • Bitte bewerten Sie alle Fragen, da Sie ansonsten ein verfälschtes Ergebnis erhalten.
  • Mit der Tastenkombination <Strg><+> können Sie die Schrift vergrößern!
  • Bei der ersten Frage eines jeden Moduls können Sie die Maus über die vorgegebenen Antwortalternativen führen und erhalten so wichtige weitere Informationen zur Bewertungssystematik. Auch bei einzelnen Teilaspekten ist dieses der Fall. Sie erkennen diese zusätzliche Hilfe am unterstrichenen Text.
  • Alle Details des NBA finden Sie in der aktuellen Begutachtungsrichtlinie des MDK, die Sie hier kostenlos herunterladen können.

Modul 1: Mobilität

Zunächst wird der Gutachter nachfolgende fünf Fragen zur Mobilität stellen. Dabei geht es jeweils um die Frage, ob der Betroffene bestimmte Mobilitätshandlungen noch selbständig durchführen kann. Dabei kommt es nur auf die tatsächlichen körperlichen Fähigkeiten an.

1. Wie ist das Einnehmen von verschiedenen Positionen im Bett, das Drehen um die Längsachse, das Aufrichten aus dem Liegen zu beurteilen?



2. Wie ist das sich auf einem Bett, Stuhl oder Sessel aufrecht halten zu beurteilen?



3. Wie ist das Aufstehen von einer erhöhten Sitzfläche, Bettkante, Stuhl, Sessel, Bank, Toilette etc. sowie das sich auf einen Rollstuhl, Toilettenstuhl, Sessel o.ä. umsetzen zu beurteilen?



4. Wie ist das sich innerhalb einer Wohnung oder im Wohnbereich einer Einrichtung zwischen den Zimmern sicher bewegen zu beurteilen?



5. Wie ist das Überwinden von Treppen zwischen zwei Etagen zu beurteilen?




Modul 2: Kognition und Kommunikation

Im zweiten Modul wird der Gutachter die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten des betroffenen prüfen. Entsprechend wird hier nicht nach einem Grad der Selbständigkeit gefragt, sondern danach, ob eine Fähigkeit (noch) vorhanden ist. Dabei kommt es in der Regel nicht darauf an, dass der Betroffene möglicherweise auf Grund von körperlichen Gebrechen die nachfolgenden Handlungen nicht mehr selbständig durchführen kann.

1. Beurteilen Sie die Fähigkeit, Personen aus dem näheren Umfeld wiederzuerkennen, d.h. Menschen, zu denen im Alltag regelmäßig ein direkter Kontakt besteht.



2. Beurteilen Sie die Fähigkeit, sich in der räumlichen Umgebung zurechtzufinden, andere Orte gezielt anzusteuern und zu wissen, wo man sich befindet.



3. Beurteilen Sie die Fähigkeit, zeitliche Strukturen zu erkennen.



4. Beurteilen Sie die Fähigkeit, sich an kurz und auch länger zurückliegende Ereignisse oder Beobachtungen zu erinnern.



5. Beurteilen Sie die Fähigkeit, zielgerichtete Handlungen des Lebensalltags, die eine Abfolge von Teilschritten umfassen, zu steuern.



6. Beurteilen Sie die Fähigkeit, folgerichtige und geeignete Entscheidungen im Alltagsleben zu treffen.



7. Beurteilen Sie die Fähigkeit, Sachverhalte zu verstehen und Informationen inhaltlich einordnen zu können.



8. Beurteilen Sie die Fähigkeit, Risiken und Gefahren zu erkennen.



9. Beurteilen Sie die Fähigkeit, elementare Bedürfnisse verbal oder nonverbal mitzuteilen.



10. Beurteilen Sie die Fähigkeit, Aufforderungen in Hinblick auf alltägliche Grundbedürfnisse zu verstehen.



11. Beurteilen Sie die Fähigkeit, in einem Gespräch Gesprächsinhalte aufzunehmen, sinngerecht zu antworten und zur Weiterführung des Gesprächs Inhalte einzubringen.




Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

In diesem Modul geht es um Verhaltensweisen und besondere psychische Problemlagen als Folge von Gesundheitsproblemen, die immer wieder auftreten und die Unterstützung durch Dritte erforderlich machen. Entsprechend gilt hier wiederum ein anderer Maßstab. Es wird nach Häufigkeiten gefragt. Dabei ist die Intensität der Verhaltensweise egal.

1. Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten.



2. Nächtliche Unruhe



3. Selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten



4. Beschädigen von Gegenständen



5. Physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen



6. Verbale Aggression



7. Andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten



8. Abwehr pflegerischer oder anderer unterstützender Maßnahmen



9. Wahnvorstellungen



10. Ängste



11. Antriebslosigkeit bei depressiver Stimmungslage



12. Sozial inadäquate Verhaltensweisen



13. Sonstige pflegerelevante inadäquate Handlungen




Modul 4: Selbstversorgung

Im vierten Modul geht es schließlichn um den Kern der Pflege, die körperliche Versorgung. Die beinhaltet die Körperpflege genauso wie das An- und Auskleiden und die Nahrungsaufnahme. Das vierte Modul hat das größte Gewicht bei der Berechnung des Pflegegrades.

1. Wie kann der Betroffene sich die Hände, das Gesicht, den Hals, die Arme, die Achselhölen und den vorderen Brustbereich waschen und abtrocknen?



2. Wie kann der Betroffene sich Kämmen, die Zähne pflegen, die Prothesen reinigen und sich Rasieren?



3. Wie kann sich der Betroffene den Intimbereich waschen und abtrocknen?



4. Wie erfolgt die Durchführung des Dusch- oder Wannenbades einschließlich des Waschens der Haare?



5. Wie erfolgt beim Betroffene das An- und Ausziehen bereitliegende Kleidungsstücke des Oberkörpers (z. B. Unterhemd, T-Shirt, Hemd, Bluse, Pullover, Jacke, BH, Schlafanzugoberteil oder Nachthemd)?



6. Wie erfolgt beim Betroffene das An- und Ausziehen bereitliegende Kleidungsstücke des Unterkörpers (z. B. Unterwäsche Hose, Rock, Strümpfe und Schuhe)?



7. Wie erfolgt beim Betroffenen das Zerteilen von Nahrung in mundgerechte Stücke und das Eingießen von Getränken?



8. Wie geschieht beim Betroffenen das Essen bereit gestellte, mundgerecht zubereitete Speisen?



9. Wie geschieht beim Betroffenen das Aufnehmen bereitstehende Getränke, ggf. mit Gegenständen wie Strohhalm, Spezialbecher mit Trinkaufsatz?



10. Wie ist das Gehen zur Toilette, das Hinsetzen und Aufstehen, das Sitzen während der Blasen- oder Darmentleerung, die Intimhygiene und das Richten der Kleidung?



11. Wie kann der Betroffene bei Harninkontinenz Inkontinenz- und Stomasysteme sachgerecht verwenden, nach Bedarf wechseln und entsorgen?



12. Wie kann der Betroffene bei Stuhlinkontinenz Inkontinenz- und Stomasysteme sachgerecht verwenden, nach Bedarf wechseln und entsorgen?



13. Wie häufig erfolgt eine Ernährung über einen parenteralen Zugang (z. B. einen Port) oder über einen Zugang in den Magen oder Dünndarm (PEG/PEJ)?



Modul 5: Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

Es mag überraschen, dass auch die Behandlungspflege Grundlage der Einstufung der Pflegebedürftigkeit ist. Hierhinter steht die Überlegung, dass wenn die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen und Handlungen von den Betroffenen nicht (mehr) eigenständig durchgeführt werden können, damit in aller Regel ein Hilfebedarf bei Anleitung, Motivation oder Übernahme verknüpft sein wird.

Nachfolgend wird abgefragt, wie häufig bei dem Betroffene bestimmte behandlungspflegerische Maßnahmen durch Dritte vorgenommen werden müssen. Bitte achten Sie darauf, dass zwischen täglich, wöchentlich und monatlich unterschieden wird. Sofern eine Maßnahme bspw. täglich und wöchentlich anfällt, muss die Häufigkeit in den beiden entsprechenden Feldern angegeben werden!

1. Häufigkeit der oralen Medikation, Augen- oder Ohrentropfen, Zäpfchen und Medikamentenpflaster
täglich
wöchentlich
monatlich
2. Subkutane und intramuskuläre Injektionen und subkutane Infusionen
täglich
wöchentlich
monatlich
3. Versorgung intravenöser Zugänge (z. B. Port)
täglich
wöchentlich
monatlich
4. Absaugen und Sauerstoffgabe
täglich
wöchentlich
monatlich
5. Einreibungen sowie Kälte- und Wärmeanwendungen
täglich
wöchentlich
monatlich
6. Messung und Deutung von Körperzuständen
täglich
wöchentlich
monatlich
7. An- und Ablegen körpernaher Hilfsmittel
täglich
wöchentlich
monatlich
8. Verbandwechsel und Wundversorgung
täglich
wöchentlich
monatlich
9. Versorgung mit Stoma
täglich
wöchentlich
monatlich
10. Regelmäßige Einmalkatheterisierung und Nutzung von Abführmethoden
täglich
wöchentlich
monatlich
11. Therapiemaßnahmen in häuslicher Umgebung
täglich
wöchentlich
monatlich
12. Zeit- und technikintensive Maßnahmen in häuslicher Umgebung
täglich
wöchentlich
monatlich
13. Arztbesuche
 
wöchentlich
monatlich
14. Besuche anderer medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen (bis zu drei Stunden)
 
wöchentlich
monatlich
15. Zeitlich ausgedehnte Besuche medizinischer oder therapeutischer Einrichtungen (länger als drei Stunden)
 
wöchentlich
monatlich
16. Einhalten einer Diät oder anderer krankheits- oder therapiebedingter Verhaltensvorschriften




Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Im letzten Modul geht es schließlich darum, ob der/die Betroffene seinen Alltag (noch) gestalten kann. Es wird also wieder nach dem Grad der Selbständigkeit gefragt. Dabei ist zu bewerten, ob der/die Betroffene die jeweilige Aktivität praktisch durchführen kann.

1. Wie erfolgt die Gestaltung des Tagesablaufs und Anpassung an Veränderungen?



2. Wie erfolgt das Ruhen und Schlafen?



3. Wie erfolgt das Sichbeschäftigen?



4. Wie erfolgt das Vornehmen von in die Zukunft gerichteten Planungen?



5. Wie erfolgt die Interaktion mit Personen im direkten Kontakt?




Sofern Sie eine Beratung durch uns wünschen, können Sie uns die von Ihnen vorgenommene Bewertung gerne vorab per Mail zukommen lassen. Das vereinfacht unsere Beratung. Bitte tragen Sie hierzu im nachfolgenden Feld Ihre Mailadresse ein: Andernfalls lassen Sie dieses Feld einfach leer. Es werden dann keine Daten an uns übertragen. Ihre Rechte als Inhaber übertragener Daten können Sie hier einsehen.

Ergebnis zum Pflegegrad

Sofern der Gutachter des MDK zur gleichen Einschätzung gelangt wie Sie oben vorgenommen haben, wird Ihnen Ihre Pflegekasse

bei erreichten 0 Punkten leider keinen Pflegegrad

zuerkennen.

Bitte beachten Sie, dass sich ab dem 1.1.2018 Ihre Pflegekasse für diese Entscheidung maximal fünf Wochen gerechnet ab Eingang Ihres Antrages dort Zeit lassen darf. Überschreitet die Kasse diese Frist, ist ein pauschales Ausfallsgeld in Höhe von 70 € je angefangener Woche zu zahlen.

Sind Sie mit dem Ergebnis nicht einverstanden?

Dann vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit uns hier oder wenden Sie sich an Rechtsanwalt Foerster, der als ehemalige Pflegekraft nicht nur über die für Ihre Vertretung notwendigen Rechtskenntnisse verfügt.